Am 16.10.11 war bei uns die Herbstprüfung. Und irre wie wir waren hatten wir gemeldet. Am 30.09.11 ist Luke gerade 15 Monate geworden. Also quasi grad noch reingeflutscht.
Ich war mit meinen frischen 17 Jahren die jüngste Hundeführerin und wurde teils doch recht komisch beäugt mit meinem “Orangeborder”. Sonst gab es noch als Exoten eine Französische Bulldogge.
Wir waren 8te. Also 4tes Paar. Als Teampartner hatten wir einen Deutschen Schäferhund.. Ich war SEHR nervös, obwohl mans mir angeblich nicht angesehen hätte und hab in Gedanken schon mal die verschiedenen Möglichkeiten durchgespielt, wie ich mich und Luke vor diesem Schlamassel retten könnte. Ohnmacht vortäuschen? Einfach weglaufen? Vors nächste Auto rennen? Hat mich aber alles nicht so gelockt. War mir dann doch irgendwie .. peinlich. Wusste ich doch, dass mein Hund es eigentlich kann und ich ihm nur vertrauen muss. Sagt sich so einfach, wo er doch gerade ausprobiert, wie er als Kerl ankommt.
Ich hab gefroren wie eine Bekloppte und habe mich beim dritten Paar in unser Vereinsheim geschlichen. Wollte Luke gerade holen, als es hieß “Nach dem Paar kurze Pause!” … Ganz klasse.
Und dann gings los! Ich als erstes auf dem Platz, der Richter – übrigens ein VPG Richter, ich glaube, deswegen hatte ich so Angst – war sehr nett und ich durfte als erste in die Ablage. Alles tadellos. Dann waren wir dran. Alles lief ganz gut, bis auf so einige Kleinigkeiten. Und dann kam es, was ich noch aus Spaß zu meiner Mutti am Vortag meinte. Bei “Platz aus der Bewegung” hat Luke sich vorzeitig hingesetzt. “Ich weiß .. hier kam noch was , richtig?” .. leider nein. Ich noch schnell ein “Platz” hinterhergeschossen, aber es gab, na klar, Punktabzüge. Ich schon total fertig mit der Welt, dachte ich doch, jetzt sind wir durchgefallen. Das hatte Luke noch nie gemacht, normalerweise klappt das immer problemlos.
ABER dem Richter hatte es gut gefallen, er meinte, ich solle doch bitte jetzt lächeln, der Hund hätte das so schön gemacht. Jippieh! Punktevergabe war auch cool und letztendlich kamen 53 Punkte raus. Der Schäferhund hatte 58 und war Tagesbeste mit einem anderen Schäferhund. Wir waren auf dem 2. Platz (
) und hinter uns war ein Mali. 42 Punkte musste man haben und 60 konnte man erreichen.
Nach uns kam noch ein Paar und danach war Schluss mit Unterordnung und es gab Essen. Danach Chipkontrolle und danach sind wir nach Poppenbüttel zum Straßenteil gefahren. Da gibts nichts groß zu erzählen. Luke hat sich gut geschlagen. Bus rein und raus. Über Ampeln. Alleine angebunden sein bei Fahrrädern ohne mich. Ihn haben die Hunde und Menschen, die an ihm vorbeigingen gar nicht interessiert. Auch sein Partnerhund, der neben ihm wie blöd gekläfft hat, würde eiskalt ignoriert. Braves Hundi!
Bei der Siegerehrung gabs einen Pokal und eine Wursti für Luke. Total cool. Der kleine Mann hatte Hunger.
Und ganz ehrlich? Jetzt wo der Druck weg ist, haben wir sogar wieder etwas Spaß an der Unterordnung gefunden.